Petra Schlötzer

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Es herbstelt...

16-09-2013

Es ist Mitte September - und von heute auf morgen scheint der Herbst Einzug gehalten zu haben. Noch vor wenigen Tagen war es heiß und sonnig - und plötzlich ist es regnerisch, kühl und trüb. Hm,... wie wirkt sich das auf mich aus? Oder was mag mir das wiederspiegeln?

Zum Einen erinnert es mich daran, dass ich jederzeit die Macht darüber habe, was Einfluss auf mich nimmt. D.h. nur weil es draussen trübe wird - muss nicht zwangsläufig meine Stimmung trübe werden. Vor allem, weil diese auch trotz Sonnentagen vorher manchmal etwas trüber war als gewollt.

Zum Anderen erinnert es mich daran, dass wir alle, und das Leben an sich, regelmässigen Veränderungen ausgesetzt sind, und diese auch sehr wichtig und wertvoll sind. Jahreszeiten und Wechsel haben ihren Sinn - auch wenn man es manchmal nicht einsehen mag, oder nicht verstehen kann.

Es macht keinen Sinn, und wir würden es auf Dauer gar nicht aushalten, wenn das Leben immer nur "ein Hochgefühl" wäre. Wenn immer nur die Sonne scheint, keinerlei Wölkchen am Himmel und es nur heiß wäre. Ja - ich höre jetzt schon manchen sagen "mir würde das aber gut gefallen". Aber - seien Sie ehrlich - wie lange dauert es, bis jeder irgendwann anfängt zu jammern über "diese ewige Hitze", über "ich muss schon wieder gießen - alles verdörrt" und so weiter. Soweit nur zum meteorologischen Dauerschönwetter. Umgekehrt ist es natürlich genauso - wenn es irgendwann nicht mehr aufhört zu regnen, so sehr man sich den Regen einmal gewünscht hat und eine Abkühlung dazu, ist es schwer auszuhalten, und man hat bisweilen auch mit Überschwemmungen und Problemen zu rechnen.

Also - eine gesunde Mischung machts. Meteorologisch (worauf wir zum Glück keinerlei Einfluss haben) - sowie auch emotional. Ja - meiner Meinung brauchen wir auch hier die gesunde Mischung - um alles wertschätzen zu können. Nur "Friede-Freude-Eierkuchen" auf Dauer? Erstens hält es niemand durch - zweitens kann ich mir weiterhin nicht vorstellen, dass dieses dann auch ehrlich ist - und drittens weiß man dann sein "Glück" überhaupt nicht mehr zu schätzen, weil es doch völlig normal und selbstverständlich ist.

Also auch im emotionalen Bereich braucht es manchmal ein bißchen Wolken, Regen und vielleicht auch mal ein Donnerwetter - um die Sonne und die Wärme wieder richtig wertschätzen zu können. Auch hier braucht es die verschiedenen Jahreszeiten (im übertragenen Sinne) - um Dinge zu säen, sie beim Wachstum zu unterstützen, zu ernten und auch wieder Zeiten für Ruhe und Erholung zu haben, in denen man sich auf die nächste Saat- und Wachstumsperiode vorbereiten kann.

Ich gestehe - mir fällt es häufig schwer, das auch auszuhalten. Geduldig zu sein in den Phasen, in denen es um Ruhe und Erholung geht. Weil ich immer noch den Grundsatz von "man muss doch produktiv sein und etwas TUN" in mir trage. Ich arbeite aber daran, auch die Ruhephasen einfach zu genießen. Mir die Zeit zu geben. Mich zu erholen und trotzdem als vollwertig zu fühlen - wohlwissend, dass die nächste "produktive" und vermutlich anstrengende Phase kommen wird, oder vielleicht schon vor der Tür steht.

Mir sind diese Dinge und Zusammenhänge wohl bewusst. Aber - nur "wissen" reicht häufig nicht, um es auch umzusetzen. Ich konnte in den letzten Jahren sehr häufig die Beobachtung machen, dass "Wissen" im Kopf stattfindet - und erst einmal überhaupt nichts ändert. Die Veränderung kommt dann, wenn das "Wissen" auch "gefühlt" werden kann. Wenn also die Erkenntnis vom Kopf und dem rationalen Umgang ins Herz und ins Fühlen gerutscht ist. Dann ist Veränderung wirklich möglich - und dann wird es plötzlich auch ganz leicht und völlig normal.

Also - versuche ich auch jetzt die herbstlichen Tage einfach zu genießen. Und mir dabei die Zeit und die Ruhe zu geben, um das eingebrachte "Wissen", meine Ernte dieses Sommers - dieses Jahres, auch zu verarbeiten, ins Fühlen zu kommen und dann die Zeit die folgt, dafür zu nutzen, die Samen für die nächste Pflanzperiode vorzubereiten. Es ist ein ewiger Kreis. Und mir wird es jedenfalls nie langweilig...