Petra Schlötzer

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2014... Das Jahr der Wahrheit und Klarheit

05-04-2014

Liebe Leser,

ja - ich war lang abwesend, bzw. habe hier nichts Neues geschrieben. Nein - aus keinem besonderen Grund, sondern scheinbar nur, weil es nichts Schreibenswertes gab. Obwohl für mich oder bei mir durchaus viel passiert ist. Aber... hier zu schreiben war "nicht dran".

Das Jahr 2014 - inzwischen haben wir April - ein Viertel des Jahres ist vorbei. Was hat sich getan? Was ist passiert? Warum schreibe ich in der Überschrift von Wahrheit und Klarheit?

Ich weiß nicht, wem ausser mir es noch so geht, dass es sich anfühlt, als läge eine ungeheuere Intensität in der Luft - egal wo und egal in welchen Lebensbereichen. Jedenfalls beschreiben viele aktuell den Zustand ähnlich. Wir leben in einer zeitlichen Periode des Umbruchs - in einem Paradigmenwechsel. Dieses kann ich nur bestätigen. So empfinde ich es auch. Und es ist wahrlich keine leichte Übung, dieses durchzustehen und halbwegs entspannt auf der anderen Seite herauszukommen.

Was hat sich für mich getan in dieser Zeit? Ich werde immer mehr damit konfrontiert bzw. schier "gezwungen" mich zu zeigen wie ich bin - mit all meinen Talenten und Möglichkeiten, aber auch mit aller Klarheit und Konsequenz. Ich erlebe immer wieder Situationen, in denen ich dafür einfach "ich" zu sein angefeindet bzw. angegriffen werde. Diese Situationen kenne ich von früher - jetzt hat es allerdings eine neue Intensität und ich merke, dass auch meine Reaktionen anders werden. Ich sehe das weiterhin als Prüfung und als Lernaufgabe. Inwiefern? Ganz einfach - meine Grenzen werden regelmäßig verletzt, sowie schon häufig vorher. Nur - ich habe mich früher nie zur Wehr gesetzt, bzw. nie meinen Wert für mich erkannt - so dass ich meine Grenzen auch verteidigen konnte. Dieses hat sich geändert - und zwar massiv. Ich weiß um meinen Wert und ich weiß um meine Möglichkeiten.

Ich spüre inzwischen auch sehr genau, wann eine Situation mich "antriggert" - d.h. wann jemand bei mir alte Knöpfe drückt, die sich jahrelang durch falsche Glaubenssätze und durch zum Teil wirklich unangenehme Erfahrungen einfach ein Eigenleben geschaffen haben. Aktion - Reaktion - ohne großartig zu reflektieren oder überhaupt wahrzunehmen was warum passiert. Glauben Sie mir - ich hatte viele, viele Übungsmöglichkeiten und habe leider viel zu lange und zu oft nur "reagiert" - weil ich mich hilflos und unfähig gefühlt habe. Das war aber ein Mißverständnis meinerseits. Und das durfte ich zum Glück irgendwann erkennen.

"Wir" - also in meinem Falle "ich" - habe/n immer eine Möglichkeit eine Reaktion zu verändern. In dem Moment wo ich anfange zu verstehen was passiert. Erst kommt das Erkennen der Situation und des Automatismus. Als Nächstes kommt hoffentlich ein Verstehen warum sich dieser Automatismus einspielen konnte. Das Allerbeste ist, wenn einem zugleich oder bald bewusst wird, welche Situation dieses Handeln irgendwann einmal nötig gemacht hat - häufig bzw. ich wage zu behaupten fast immer, steckt ein Erlebnis aus der Kindheit dahinter. Ein Trauma, oder einfach nur eine für ein Kind beängstigende Situation, die ein gewisses Handeln, reagieren oder auch verdrängen bzw. "totstellen" erfordert hat - weil das Kind keinen anderen Ausweg gefunden hat. In diesem Moment war das die absolut richtige und schlüssige Reaktion. Nur - und hier liegt das Spannende in der Thematik - das Kind, bzw. jetzt wir als Erwachsene - hat diese Situation nie bewältigt oder auflösen können. Die Erwachsenen in der Umgebung mögen die Situation nicht als "schlimm" wahrgenommen haben - für das Kind war es evtl. lebensbedrohlich... emotional. Aber - "ich werde nicht wahrgenommen" - "man nimmt mich nicht ernst" - "keiner sagt oder zeigt mir, wie ich damit umgehen kann"... also was passiert? Man (das Kind) beginnt an sich und seiner Wahrnehmung zu zweifeln, kapselt diese Situation irgendwo ein und versucht es zu vergessen - jedoch der innerliche Stress bleibt. Der Körper vergisst nichts! Niemals! Im Laufe unseres Lebens erfahren wir immer wieder ähnliche Situationen und reagieren völlig unbewusst darauf - zum Teil erschreckend für einen selbst - weil wir nicht verstehen können "warum?". Warum regt mich das so auf? Warum werde ich hier so wütend? Warum fühle ich mich plötzlich völlig unfähig? Warum fühle ich mich so klein und unbedeutend? Warum? Warum? Warum?

Diese Antwort kann uns niemand von außen geben. Nur wir selbst... aber auch das nur, wenn wir hinschauen und fühlen was ist da los. Und - glauben Sie mir - das macht keinen Spass. Das macht stellenweise große Angst. Und es fühlt sich bedrohlich an - schließlich versteckt sich ganz weit unten immer noch diese bedrohliche Situation von früher.

Also - was tun? Hinschauen? Brrr... ach nein... lieber nicht... wird schon nicht so schlimm gewesen sein... immerhin bin ich ja jetzt erwachsen... was kümmert mich der Kram von damals...! Ich behaupte jetzt ganz dreist, dass mindestens 80% der Menschheit so durchs Leben geht (das ist eine rein fiktive Zahl - die sich für mich gerade stimmig anfühlt). Vielleicht 10% überlegen ernsthaft "irgendwann" da mal hinzuschauen. Und die restlichen 10% schauen... wenn überhaupt so viele.

Und was passiert nun? Die 80% brauchen unheimlich viel ihrer zur Verfügung stehenden Lebensenergie um den Deckel auf diesem brodelnden, rauchenden Pulverfass zu halten. Das strengt an, das laugt aus, und das macht das Leben nicht wirklich leicht und lebenswert. Irgendwann... leidet der Körper und wird krank - denn die Seele leidet schon lange... wird aber nicht gehört.

Die nächsten 10% - naja, immerhin sind die schon auf einer heißen Spur... und lüften vielleicht manchmal kurz den Deckel - erschrecken dann vor dem was sie vorfinden und beschließen "ach... heut ist ganz schlecht... aber bald schau ich mir das an". Naja gut - mal sehn wann "irgendwann" sein wird.

Und die letzten 10%? Bereuen vermutlich kurzfristig ganz extrem, dass sie diesen Deckel jemals aufgemacht haben - aber wenn man einmal angefangen hat hinzusehen und aufzuräumen - ist es zum Umkehren eigentlich schon zu spät. Und man räumt... und räumt... und räumt... Emotionale Baustellen zu sanieren ist keine leichte Aufgabe - es tut weh und es macht Angst. Aber - und das werden mir viele bestätigen, die diesen Weg ganz bewußt gegangen sind - es tut gut. Es macht Sinn - und es wird leichter.

Wir alle tragen unbewältigte Traumata mit uns durchs Leben - wir alle haben unsere inneren Knöpfe, die sehr bereitwillig von außen gedrückt werden und uns dann "zwingen" zu reagieren. Und wir alle haben die Möglichkeit unsere Knöpfe zu deaktivieren, bzw. umzuprogrammieren. Jawohl - wir alle.

Ich bin inzwischen seit knapp zehn Jahren dabei meine Knöpfe zu finden, die Hintergründe zu erkunden und diesen Ballast abzuladen, bzw. zu "kompostieren". Ich durfte lernen allem scheinbar "Schlechtem" etwas Gutes abzugewinnen. Meine Geschichte und meine Hintergründe machen mich zu der, die ich heute bin. Und ich bin inzwischen sehr glücklich mit mir und zufrieden. Ich möchte meine Geschichte nicht missen - aber ich durfte mich auch aus der Opferhaltung befreien. Ich bin der Macher in meinem Leben und ich habe die Zügel in der Hand - ich darf entscheiden was ich möchte .

Will ich griesgrämig durchs Leben gehen... Nein - sicher nicht.

Will ich mich in die Dramen anderer Menschen verwickeln lassen und anderen dazu dienen sich besser oder mächtiger zu fühlen... Nein - sicher auch nicht.

Will ich ein glückliches Leben führen, in dem ich anderen als Vorbild und als Stütze dienen kann... Ja - mit Sicherheit.

Will ich meine Möglichkeiten ausschöpfen und auf diesem Weg weitergehen und lernen... Ja - mich Sicherheit.

Wie gesagt, ich habe diesen Weg als meinen gefunden und bin sehr froh darüber. Ich weiß nicht, ob man auf diesem Weg jemals "fertig" wird und irgendwann sagen kann "jetzt habe ich alles erledigt". Aber jedenfalls findet man auf diesem Weg eine Möglichkeit die zur Verfügung stehende Energie wirklich zu nutzen - zum leben! Und das ist so viel wert.

Ich wünsche allen, die auf diesem Weg sind, viel Geduld, eine gewisse Beharrlichkeit und ganz viel Mitgefühl mit sich selbst. Heilung funktioniert nicht durch Geißeln, Heilung funktioniert nur durch Empathie - und Empathie und Wertschätzung sich selbst gegenüber sind die größten Geschenke, die man sich auf diesem Wege machen kann.