Petra Schlötzer

Tel: 09403-518465
Mobil: 0176-38668515
E-Mail: p.schloetzer(at)alles-darf-sein.de

 

Selbstsorge - oder man erntet was man sät?

24-09-2014

Man erntet was man sät - was meine ich damit? In Bezug auf die Selbstsorge??

Hm, ich ernte gerade - was ich lange gesät habe, scheint es mir. Ich werde im Moment schier gezwungen, mich endlich einmal um mich zu kümmern - anstatt immer nur um alle anderen. Mein Körper zwingt mich zur Ruhe - zur Erholung - zum Innehalten - und zum wirklich hinhören, was los ist.

Ich bezahle gerade für "Hartnäckigkeit", für ausnahmsloses "Durchhalten", für den Versuch "die Welt zu retten" :-) und muss einsehen und verstehen lernen, dass ich das zum Einen allein nie schaffen werde - ich meine, das ist mir ja schon lange klar - aber versuchen werde ich es doch dürfen, oder? Hihihi...

Und zum Anderen - wenn es mir nicht gut geht - kann ich anderen nicht weiterhelfen dass es ihnen besser geht. Ich habe meine Bedürfnisse viel zu lange ignoriert, wollte und konnte sie nicht wahrhaben - auch das Bedürfnis nach Ruhe und Erholung. Jetzt "muss" ich. Ich muss mich ruhighalten, ich muss es aushalten lassen, dass ich nicht für alle verfügbar bin, dass ich nicht schnell noch für diesen oder den Anderen etwas erledige, sondern ich muss aushalten, dass "ich dran bin" - kompromisslos. Und es fällt mir schwer, sehr schwer.

Ganz am Anfang meiner Suche nach Alternativen für meine "Selbstsorge", hat mein damaliger Heilpraktiker mir einen Satz mit auf den Weg gegeben - der immer noch, und immer wieder in mir nachklingt:

"In einem Wolfsrudel frisst als Erstes die Mutter, wenn es Beute gibt - dann erst die Jungen. Denn wenn die Mutter verhungert - verhungern die Jungen mit Sicherheit auch."

So ist es im Leben, auch wenn ich und vermutlich auch viele andere es immer noch nicht wahrhaben wollen. Ein gesunder "Egoismus" ist das Einzige, was allen dazu verhilft, zu überleben. Die Betonung liegt auf "gesund" und nicht auf "Egoismus"!

Wenn es mir nicht gutgeht - kann ich Dir nicht helfen - nicht auf Dauer, nicht von Herzen und nicht ehrlich. Wenn es mir nicht gutgeht - und ich mich für Dich aufopfere - war es keine Liebe... von beiden Seiten nicht. Dann war es ein Betteln um Liebe, um Anerkennung, ein Selbstverleugnen in der Hoffnung es "richtig" zu machen. Wenn ich es zulasse, dass sich jemand für mich aufopfert und sich selbst vergisst, oder verleugnet - ist es keine Liebe.

Ich habe viel zu lange und leider häufig immer noch unbewusst, versucht meinen Wert durch "funktionieren" zu erhalten. Dadurch, dass andere mich durch meine Leistung, meine Anstrengungen, mein "ich bin doch so lieb", anerkennen und wertschätzen - und lieben. Das war leider ein großer Irrtum - und hat mir viele Schmerzen, körperlich und auch psychisch, bereitet.

Ich darf jetzt langsam diesen Irrtum erkennen - dass es ein Irrtum war, weiß ich schon sehr lange. Nur - ich weiß auch sehr lange, dass es ein großer Unterschied ist zwischen "etwas zu wissen - verstandesmässig" und "etwas zu fühlen - im Herzen".

Ich darf gerade anfangen zu fühlen, und dadurch wirklich zu verstehen, wie lange ich im Irrtum war... Wie sehr ich geliebt werde und schon immer wurde - einfach weil ich "bin". Einfach weil ich hier bin - hier und jetzt. Nicht, weil ich eine gewisse Leistung erbringe, mich auf eine bestimmte Art verhalte oder bestimmte Dinge tue oder sage. Nein! Natürlich war dieses Verhalten für viele angenehm - und vermutlich häufig auch bequem. Aber es war nie der Grund dafür, warum ich geliebt bin.

Ich brauche keinen Grund um geliebt zu werden - niemand von uns braucht den! Niemand von uns muss etwas bestimmtes dafür tun, um eine Berechtigung zu bekommen "liebenswert" zu sein. Ich weiß es lange - ich spüre es jetzt langsam... und es erschreckt mich manchmal. Es ist ungewohnt. Und manchmal ist es für mich schwer auszuhalten, dass ich einfach nichts tun muss - und trotzdem von Herzen geliebt werde. Kann es denn so einfach sein?? Ja - es ist so einfach! Und das macht es so schwer, irgendwie.

Wir sind nicht darauf getrimmt, es uns "einfach" zu machen. "Einfach" ist nichts wert. Das Leben ist nicht "einfach" - vergiss es doch! So oder ähnlich sind doch viele von uns erzogen worden, oder nicht?

Ich darf dazu gerade lernen - doch - genau so ist es. Das Leben ist einfach - und darf einfach sein. Jeder von uns ist liebenswert - und jeder darf sich lieben lassen... So einfach ist es! Aus die Maus!

In diesem Sinne - geh ich jetzt zurück zu meiner Selbstsorge - und akzeptiere, dass ich "einfach so" geliebt werde - und einfach so lieben darf... und wünsche vielen Anderen eine ähnliche Erkenntnis!