Petra Schlötzer

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Der Sommer... des Lebens?

09-08-2014

Und kaum dreht man sich um - schon ist es August. Wir sind mitten im Sommer. Ferienzeit. Urlaubszeit. Erholungszeit.

Aber - erhole ich mich wirklich? Erholen Sie sich wirklich? Können wir das noch - uns erholen? Ausruhen? Pausen gönnen? Können wir den Moment, das Jetzt wirklich genießen? Ohne immer auf dem Sprung zu sein, ohne zu lauern, was als nächstes kommen wird? Mir fällt es häufig schwer. Wie geht es Ihnen?

Ich hatte im Juli geschrieben, es bewegt sich einiges und zwingt mich zum Weitergehen - zum Fortschritt. Oh ja - das geht weiter. Mein Leben zwingt mich gerade dazu, mich mit Situationen und Ereignissen zu beschäftigen, die ich mir so nie erträumt hätte. Nicht im negativen Sinne... aber ich habe es mir nicht "so" vorgestellt, was grad passiert.

Wie heißt es so schön: "Wenn Du Gott zum Lachen bringen willst - erzähl ihm Deine Pläne"... Ich kann nur sagen - er muss gerade sehr viel mit mir zu lachen haben.

Der Sommer meines Lebens - was er mir wohl noch bringen mag? Freude? Glück? Liebe? Erfüllung im Beruf und im Privaten? Ich lasse mich überraschen - bin etwas verwundert und erstaunt gerade über mich selbst und mein Umfeld - und genieße doch was da kommt... Tag für Tag... Schritt für Schritt.

Das ist vermutlich mein größter Lernerfolg im Moment, bzw. die größte Herausforderung für mich... die ich doch immer geplant habe und vorhersehen wollte, was als nächstes so kommt.

Oha... es klappt einfach nicht! Meine Pläne werden gerade einmal mehr durchkreuzt, oder besser durchgerüttelt. Und was am Ende hinten übrigbleibt? Ob besser als erträumt - oder einfach ganz anders - kann ich im Moment nicht absehen.

Wie gesagt, mein großer Lernschritt hier und heute, ist es - zu genießen - und nicht alles zu hinterfragen... Mich einfach auf die Fügung meines Schicksals einzulassen und zu vertrauen, dass weiterhin für mich alles zum Besten wird. Dass sich alles dahin entwickelt, wohin es schon immer geplant war - nicht von mir... sondern vielleicht vom Schicksal. Wie auch immer man es nennen mag.

Ich lebe hier und jetzt - im Augenblick. Tag für Tag aufs Neue, das wird mir gerade wieder sehr, sehr bewußt. Und das ist gut so. Ich genieße dieses Gefühl, die Vorfreude auf den nächsten Tag - weil ich ja wieder nicht weiß oder auch nur erahnen kann, was er mir bringen wird. Und doch - mache ich mir Heute über Morgen keine Sorgen... oder versuche es zumindest, ich übe ja noch.

Heute - ist der einzige Tag, den ich heute leben kann. Gestern - ist vorbei, entweder gut genutzt, oder die Chance dazu verpasst. Morgen - kommt erst... an Morgen kann ich heute nichts ändern - aber ich kann mir Heute durch den Gedanken an Morgen vermiesen, oder mir die Möglichkeit völlig nehmen Heute wirklich zu erleben. Mit ganzem Herzen und allen Sinnen.

Heute - leb ich gerne, bin gespannt und freue mich auf alles was kommt. Morgen - ist erst dran, wenn es wieder Heute ist...

Der Sommer meines Lebens - es darf wachsen und gedeihen was ich so lange gesät und gehegt habe... Und ich genieße es, diesem Wachsen zuzusehen und es zu erleben - Heute.

Die Ernte? Dauert noch ein bißchen - ist Heute noch nicht dran. Aber das Wachstum ist ein großartiges Erlebnis - Heute!


 

Umbruch...

19-07-2014

Liebe Leser,

kennen Sie das? In manchen Zeiten scheint es, als würde sich nichts, aber auch absolut gar nichts weiterbewegen... als wäre man zum Stillstand gezwungen... unfähig irgendetwas an diesem Zustand zu ändern?

Ich kenne das leider viel zu gut - und erlebe solche Tage immer wieder. Manchmal erschreckt es mich - manchmal muss ich einfach nur darüber schmunzeln - manchmal halte ich es relativ entspannt aus und kann warten bis sich das Rad wieder weiterdreht - und manchmal... drehe ich innerlich auch ein bißchen am Rad... durchaus.

Ich bin dann häufig am überlegen "was mache ich eigentlich falsch", bzw. "warum läuft nichts so, wie ich mir das vorgestellt, oder gewünscht habe"? Aber... mache ich wirklich etwas falsch? Oder bin ich vielleicht doch weiterhin nur zu ungeduldig? Bin ich es durch die letzten Jahre so gewöhnt, ständig unter Druck und Anspannung zu stehen, dass ich "unspektakuläre" Tage kaum ertragen kann? Schlichtweg weil ich es nicht kenne?

Ist mein Anspruch an mich selbst immer noch viel zu hoch? Ich dachte wirklich ich hätte ihn auf ein "normales" und erträgliches Maß heruntergeschraubt... Vielleicht liege ich da falsch.

Ich habe in den letzten Tagen einige Mails gelesen, die ich an Freunde geschrieben habe - wenn es diesen nicht gut ging. Und es ist interessant... weil jedes dieser Worte an mich selbst gerichtet sein könnte - und vermutlich auch ist. Es ist ja meistens wirklich so, dass die guten Ratschläge, die man anderen gibt - vor allem einem selber helfen könnten - wenn man sich zuhören würde!

Einer meiner liebsten Sätze... (meine Freunde werden jetzt schmunzeln...) "Lass Dir Zeit und sei gnädig mit Dir selbst!"

Äh,... ja... ok... ich versuchs mal wieder :-)

Auch immer wieder angebracht... "Schau doch einfach mal zurück, was im letzten Jahr (oder in den letzten Jahren) passiert ist - wo Du warst, wie Du reagiert hast - und wo Du jetzt stehst und reagierst... Dann erkennst Du, wieviel Du geschafft hast - und wieviel Du an Dir gearbeitet hast!"

Autsch... menno... stimmt ja auch!

Mehr plauder ich jetzt nicht aus dem Nähkästchen - aber ich denke, jeder versteht, was ich damit meine. Man (bzw. ich...) ist häufig viel zu hart mit sich selbst und hat leider die meisten blinden Flecke da, wo es um einen selbst geht. Man hadert mit sich, geißelt sich, bestraft sich für Dinge, die einfach normal sind, bzw. einfach passieren... ohne böse Absicht. Aber es ist kein wertschätzender und liebevoller Umgang mit sich selbst - leider. Und häufig auch kein vertrauensvoller Umgang mit sich selbst.

Ich habe in den letzten Tagen viel mit Personen zu tun gehabt, die mit ihrem Gewicht, bzw. ihrem Körper hadern - und ich finde es traurig, zusehen zu müssen. Wie jemand sich selbst so "vergiftet" - nicht mit Nahrungsmitteln, sondern mit Gedanken und Taten. Kann ich helfen? Solange diese Person keine Hilfe möchte - NEIN! Es geht nicht - ich bin hilflos und habe ja auch keinerlei Auftrag dazu... trotzdem ist es schwer zuzusehen, wie sich jemand selbst kaputt macht. Mit Methode...

Leider - oder zum Glück - ist jeder für sich selbst verantwortlich. Und erst wenn man diese Verantwortung wirklich vollen Herzens übernimmt - hat man eine Möglichkeit zu heilen und zu wachsen. Ich bemühe mich, diese Verantwortung zu übernehmen - für mich und meinen Körper, meine Seele, mein Leben. Aber - auch mir fällt es an manchen Tagen schwerer als an anderen. Allerdings habe ich weiterhin die tiefe, innere Gewissheit, dass "alles gut wird" und ich genau auf dem richtigen und für mich vorgesehenen Weg bin. Manchmal muss ich noch stolpern, hole mir eine blutige Nase und blutige Knie, darf auch weinen und mit mir und diesem Weg hadern... ABER... ich stehe wieder auf - und gehe weiter, Schritt für Schritt - manchmal Babyschritte... das ist egal. Aber ich gehe!!!

In den letzten Wochen ist bei mir wieder einiges passiert, was mich zum weitergehen zwingt... wörtlich. Allerdings sehe ich das als Wink des Universums mich jetzt endlich wieder zu bewegen - nach einiger Zeit des scheinbaren Stillstands - der mir ja auch zu ruhig und zu unbewegt war. Seufz... es scheint schon schwer, es mir rechtzumachen :-)

Also... Umbruch... Zeit für Neues... Neue Erfahrungen und neue Bewegung - mal sehen wohin es mich führt!

 

 

 

 

 

Das Frühjahr... Zeit für den Neubeginn... Aussaat von heilenden Gedanken

07-05-2014

Wir sind aktuell schon mitten im Wonnemonat Mai. Wie schnell doch die Zeit bis hierher wieder vergangen ist. Ein Drittel des Jahres 2014 ist schon um - eigentlich im Handumdrehen - jedenfalls fühlt es sich für mich gerade so an.

Bisher hatten wir ein sehr warmes und trockenes Frühjahr. Heute ist es etwas bedeckt und regnerisch, aber keinesfalls "schlechtes Wetter" - schließlich braucht die Natur um uns ganz dringend Regen, um überleben zu können. Die letzten Monate waren eindeutig zu trocken und eigentlich auch zu warm, wobei ich mich keinesfalls beschweren will, haha, ich mag das warme Wetter schon sehr gern. Nur - ich bin ein Kind vom Land, aufgewachsen auf einem Bauernhof, und somit auch sehr verbunden mit der Natur und den Jahreszeiten. Ich weiß, dass alles um uns herum inklusive uns selber den Regen braucht, natürlich in Maßen, aber eben doch braucht. Vor genau einem Jahr war dieser Regen übermäßig - und wir hatten mit massiven Überschwemmungen zu kämpfen. Dieses Jahr kommt scheinbar der Ausgleich - deutlich weniger.

Ich finde überhaupt, dass aktuell eine sehr spannende Zeit ist - nicht nur wettermäßig. Ich weiß ja nicht, wie es anderen ergeht, aber ich spüre eine extreme Anspannung in der Luft an manchen Tagen. Die Energie, die uns umgibt, scheint sehr hoch derzeit und ist (finde ich) an manchen Tagen kaum zu ertragen. Die Menschen die mich umgeben, fühlen es vermutlich auch - können es aber nicht in Worte fassen. Viele fühlen sich müde, angespannt, innerlich am Zerreissen, ohne dass es einen handfesten Grund dafür gäbe. Mir ergeht es an manchen Tagen ähnlich - nur kann ich es vielleicht eher zuordnen, weil ich mich schon lange damit beschäftige. Nein, ich weiß an vielen Tagen auch nicht, warum ich mich so fühle, müde, unruhig, traurig, nervös. Aber ich kann es zulassen. Ich kann es zur Kenntnis nehmen und einfach abwarten, bis es wieder anders wird. Und - ein Riesenschritt - ich kann akzeptieren, dass manches einfach so gar nichts mit mir zu tun hat. Dass ich häufig einfach "nur" sehr empfänglich für diese allgemeine Schwingung bin, für diese extrem hohe Energie, die uns seit langem umgibt und die einen massiven Umbruch anzeigt - der ins Gute oder auch ins Schlechte rutschen kann - je nachdem was man/frau damit macht.

Wir leben in einer Zeit des Umbruchs, wir leben in einer Zeit des stetigen Wechsels, der Weiterentwicklung, und das in Riesenschritten und quasi mit Siebenmeilenstiefeln, von denen uns nie bewusst ist, dass wir sie je angezogen haben. Aber - wir tragen sie - alle! Wir leben in einer sehr schnelllebigen Zeit. Nur manchmal fällt es einem schwer, das zu akzeptieren, bzw. mit diesem Tempo schrittzuhalten. Umso wichtiger ist es, finde ich, sich selbst einmal wieder Ruhe und Stille zu gönnen. Innezuhalten, zur Ruhe zu kommen, sich selbst wichtig genug zu nehmen, sich einmal eine kurze Auszeit zu gönnen. Und das muss kein 3-Wochen-Kuraufenthalt sein oder keine 2-wöchige Urlaubsreise. Manchmal genügt es, sich schon für einige Minuten zurückzuziehen, durchzuatmen, sich selbst zu spüren und wieder zu festigen. Bodenhaftung zu gewinnen, um dann den Rest des Tages durchzustehen.

Viele von uns (mich eingeschlossen) vergessen das so oft wieder. Wie einfach es wäre, sich diese Auszeiten zu nehmen. Und dass die Regelmäßigkeit viel wichtiger ist, als die Länge dieser Zeiten. Jeden Tag ein paar Minuten, ob es nun zwei oder fünf sind, oder auch fünfzehn. Aber die Regelmäßigkeit würde so vieles leichter machen. Alles muss geübt und trainiert werden - auch der Umgang mit sich selber und natürlich auch die Entspannung und Konzentration auf sich selbst. Und Übung macht den Meister... das Sprichwort kommt nicht von ungefähr.

Was mich häufig sehr fasziniert - wenn ich mich dann an der eigenen Nase packe und wirklich eine Regelmäßigkeit hinbekomme - ist, wieviel doch in einen ganz normalen Tag passt, und das ohne Stress und ohne Erschöpfung. Trotz Arbeit, trotz hohen Ansprüchen an mich selber. An manchen Tagen passt einfach sooo viel mehr in diese 24 Stunden als an anderen. Weil sich meine Einstellung dazu verändert hat. Weil ich das, was ich tue, mit Freuden tue. Weil es mich dann nicht erschöpft und nicht anstrengt. Es geht einfach leichter von der Hand und es gibt mir Energie, anstatt mir Energie zu rauben. Und das nur, weil sich meine innere Einstellung komplett gewandelt hat.

Ich "muss nicht mehr arbeiten" - ich darf arbeiten. Ich "muss nicht mehr üben" - ich darf üben (ich spiele Trompete... unter anderem...) und ich freue mich darüber, weil es mir unheimlich Spass gibt. Und täglich 10 Minuten üben mir viel mehr bringt, als einmal wöchentlich eine Probe von 1 1/2 Stunden (die ich trotzdem habe - und die durch das tägliche Üben auch viel entspannter und freudiger ist). Ich "muss keinen Sport machen" - ich freue mich total, wenn ich meinen Körper bewegen kann - und ich spüre inzwischen meinen Körper wieder so gut und so differenziert, dass ich auch sehr genau weiß, was mir gerade gut tut und was nicht.

Durch die letzten Jahre, in denen ich mich sehr intensiv mit mir, meinem Körper, meinen Gefühlen und meinem Erleben beschäftigt habe, habe ich einen anderen Blick zu vielen Dingen bekommen, und ein völlig neues und leichteres Körpergefühl. Ich "spüre" mich wieder - nachdem ich mich jahrelang überhaupt nicht gespürt hatte und nicht mal auf die Idee gekommen wäre, dass das so nicht wirklich normal ist. Es erschien so normal. Und mein Umfeld hat es häufig entsprechend gespiegelt, leider.

Jetzt durfte ich zum Glück lernen, dass LEBEN etwas anderes ist. Leben beinhaltet sich zu spüren, Leben beinhaltet eine Leichtigkeit und auch eine Tiefe, die mir früher leider versagt war. Obwohl, die Tiefe habe ich immer gespürt, nur war sie meistens eher dunkel und schmerzhaft - jetzt ist diese Tiefe des Erlebens und des Spürens eine Quelle von Kraft, von Hoffnung und eben von Leichtigkeit. Ich durfte lernen, wie wichtig mein Gefühl ist, wie wichtig ICH bin - für mich. Und dass ich jedes Recht darauf habe, dieses auch zu spüren, zu leben und voll auszukosten. Ich darf ICH sein - zu meinem Besten.

Und genauso - darf jeder Andere auch er selber sein - zu seinem Besten. Nur - manche missverstehen das, denn hinter allem steht "das höchste Wohl" für alle. Auf sich selbst zu achten und eigene Bedürfnisse zu erfüllen ist gut und wichtig - aber nicht auf Kosten anderer. Der alles entscheidende Grundsatz ist - so wie ich ihn kennenlernen durfte und auch versuche zu leben "Zu meinem höchsten Wohl - und zum Besten für alle Beteiligten!" Das macht einen scheinbar kleinen, und doch sehr feinen und wichtigen Unterschied...

Probieren Sie es einfach aus - spüren Sie in sich hinein, nur eine oder zwei Minuten am Tag. Fühlen Sie den Boden unter ihren Füßen, spüren Sie wie es sich anfühlt präsent zu sein, achtsam, tief und ruhig durchzuatmen und sich nur ganz kurz wirklich und wahrhaftig auf sich selbst zu fokussieren und alles andere loszulassen. Und lächeln Sie sich selber kurz zu, beglückwünschen Sie sich dafür, dieses geschafft zu haben - uns seien Sie gnädig mit sich selbst. Sehen Sie die guten Dinge, die schönen Dinge die Sie geschafft haben. Die Kraft und die Stärke, die Ausdauer die in Ihnen steckt.

Es macht einen Unterschied. Dessen bin ich mir sicher!

2014... Das Jahr der Wahrheit und Klarheit

05-04-2014

Liebe Leser,

ja - ich war lang abwesend, bzw. habe hier nichts Neues geschrieben. Nein - aus keinem besonderen Grund, sondern scheinbar nur, weil es nichts Schreibenswertes gab. Obwohl für mich oder bei mir durchaus viel passiert ist. Aber... hier zu schreiben war "nicht dran".

Das Jahr 2014 - inzwischen haben wir April - ein Viertel des Jahres ist vorbei. Was hat sich getan? Was ist passiert? Warum schreibe ich in der Überschrift von Wahrheit und Klarheit?

Ich weiß nicht, wem ausser mir es noch so geht, dass es sich anfühlt, als läge eine ungeheuere Intensität in der Luft - egal wo und egal in welchen Lebensbereichen. Jedenfalls beschreiben viele aktuell den Zustand ähnlich. Wir leben in einer zeitlichen Periode des Umbruchs - in einem Paradigmenwechsel. Dieses kann ich nur bestätigen. So empfinde ich es auch. Und es ist wahrlich keine leichte Übung, dieses durchzustehen und halbwegs entspannt auf der anderen Seite herauszukommen.

Was hat sich für mich getan in dieser Zeit? Ich werde immer mehr damit konfrontiert bzw. schier "gezwungen" mich zu zeigen wie ich bin - mit all meinen Talenten und Möglichkeiten, aber auch mit aller Klarheit und Konsequenz. Ich erlebe immer wieder Situationen, in denen ich dafür einfach "ich" zu sein angefeindet bzw. angegriffen werde. Diese Situationen kenne ich von früher - jetzt hat es allerdings eine neue Intensität und ich merke, dass auch meine Reaktionen anders werden. Ich sehe das weiterhin als Prüfung und als Lernaufgabe. Inwiefern? Ganz einfach - meine Grenzen werden regelmäßig verletzt, sowie schon häufig vorher. Nur - ich habe mich früher nie zur Wehr gesetzt, bzw. nie meinen Wert für mich erkannt - so dass ich meine Grenzen auch verteidigen konnte. Dieses hat sich geändert - und zwar massiv. Ich weiß um meinen Wert und ich weiß um meine Möglichkeiten.

Ich spüre inzwischen auch sehr genau, wann eine Situation mich "antriggert" - d.h. wann jemand bei mir alte Knöpfe drückt, die sich jahrelang durch falsche Glaubenssätze und durch zum Teil wirklich unangenehme Erfahrungen einfach ein Eigenleben geschaffen haben. Aktion - Reaktion - ohne großartig zu reflektieren oder überhaupt wahrzunehmen was warum passiert. Glauben Sie mir - ich hatte viele, viele Übungsmöglichkeiten und habe leider viel zu lange und zu oft nur "reagiert" - weil ich mich hilflos und unfähig gefühlt habe. Das war aber ein Mißverständnis meinerseits. Und das durfte ich zum Glück irgendwann erkennen.

"Wir" - also in meinem Falle "ich" - habe/n immer eine Möglichkeit eine Reaktion zu verändern. In dem Moment wo ich anfange zu verstehen was passiert. Erst kommt das Erkennen der Situation und des Automatismus. Als Nächstes kommt hoffentlich ein Verstehen warum sich dieser Automatismus einspielen konnte. Das Allerbeste ist, wenn einem zugleich oder bald bewusst wird, welche Situation dieses Handeln irgendwann einmal nötig gemacht hat - häufig bzw. ich wage zu behaupten fast immer, steckt ein Erlebnis aus der Kindheit dahinter. Ein Trauma, oder einfach nur eine für ein Kind beängstigende Situation, die ein gewisses Handeln, reagieren oder auch verdrängen bzw. "totstellen" erfordert hat - weil das Kind keinen anderen Ausweg gefunden hat. In diesem Moment war das die absolut richtige und schlüssige Reaktion. Nur - und hier liegt das Spannende in der Thematik - das Kind, bzw. jetzt wir als Erwachsene - hat diese Situation nie bewältigt oder auflösen können. Die Erwachsenen in der Umgebung mögen die Situation nicht als "schlimm" wahrgenommen haben - für das Kind war es evtl. lebensbedrohlich... emotional. Aber - "ich werde nicht wahrgenommen" - "man nimmt mich nicht ernst" - "keiner sagt oder zeigt mir, wie ich damit umgehen kann"... also was passiert? Man (das Kind) beginnt an sich und seiner Wahrnehmung zu zweifeln, kapselt diese Situation irgendwo ein und versucht es zu vergessen - jedoch der innerliche Stress bleibt. Der Körper vergisst nichts! Niemals! Im Laufe unseres Lebens erfahren wir immer wieder ähnliche Situationen und reagieren völlig unbewusst darauf - zum Teil erschreckend für einen selbst - weil wir nicht verstehen können "warum?". Warum regt mich das so auf? Warum werde ich hier so wütend? Warum fühle ich mich plötzlich völlig unfähig? Warum fühle ich mich so klein und unbedeutend? Warum? Warum? Warum?

Diese Antwort kann uns niemand von außen geben. Nur wir selbst... aber auch das nur, wenn wir hinschauen und fühlen was ist da los. Und - glauben Sie mir - das macht keinen Spass. Das macht stellenweise große Angst. Und es fühlt sich bedrohlich an - schließlich versteckt sich ganz weit unten immer noch diese bedrohliche Situation von früher.

Also - was tun? Hinschauen? Brrr... ach nein... lieber nicht... wird schon nicht so schlimm gewesen sein... immerhin bin ich ja jetzt erwachsen... was kümmert mich der Kram von damals...! Ich behaupte jetzt ganz dreist, dass mindestens 80% der Menschheit so durchs Leben geht (das ist eine rein fiktive Zahl - die sich für mich gerade stimmig anfühlt). Vielleicht 10% überlegen ernsthaft "irgendwann" da mal hinzuschauen. Und die restlichen 10% schauen... wenn überhaupt so viele.

Und was passiert nun? Die 80% brauchen unheimlich viel ihrer zur Verfügung stehenden Lebensenergie um den Deckel auf diesem brodelnden, rauchenden Pulverfass zu halten. Das strengt an, das laugt aus, und das macht das Leben nicht wirklich leicht und lebenswert. Irgendwann... leidet der Körper und wird krank - denn die Seele leidet schon lange... wird aber nicht gehört.

Die nächsten 10% - naja, immerhin sind die schon auf einer heißen Spur... und lüften vielleicht manchmal kurz den Deckel - erschrecken dann vor dem was sie vorfinden und beschließen "ach... heut ist ganz schlecht... aber bald schau ich mir das an". Naja gut - mal sehn wann "irgendwann" sein wird.

Und die letzten 10%? Bereuen vermutlich kurzfristig ganz extrem, dass sie diesen Deckel jemals aufgemacht haben - aber wenn man einmal angefangen hat hinzusehen und aufzuräumen - ist es zum Umkehren eigentlich schon zu spät. Und man räumt... und räumt... und räumt... Emotionale Baustellen zu sanieren ist keine leichte Aufgabe - es tut weh und es macht Angst. Aber - und das werden mir viele bestätigen, die diesen Weg ganz bewußt gegangen sind - es tut gut. Es macht Sinn - und es wird leichter.

Wir alle tragen unbewältigte Traumata mit uns durchs Leben - wir alle haben unsere inneren Knöpfe, die sehr bereitwillig von außen gedrückt werden und uns dann "zwingen" zu reagieren. Und wir alle haben die Möglichkeit unsere Knöpfe zu deaktivieren, bzw. umzuprogrammieren. Jawohl - wir alle.

Ich bin inzwischen seit knapp zehn Jahren dabei meine Knöpfe zu finden, die Hintergründe zu erkunden und diesen Ballast abzuladen, bzw. zu "kompostieren". Ich durfte lernen allem scheinbar "Schlechtem" etwas Gutes abzugewinnen. Meine Geschichte und meine Hintergründe machen mich zu der, die ich heute bin. Und ich bin inzwischen sehr glücklich mit mir und zufrieden. Ich möchte meine Geschichte nicht missen - aber ich durfte mich auch aus der Opferhaltung befreien. Ich bin der Macher in meinem Leben und ich habe die Zügel in der Hand - ich darf entscheiden was ich möchte .

Will ich griesgrämig durchs Leben gehen... Nein - sicher nicht.

Will ich mich in die Dramen anderer Menschen verwickeln lassen und anderen dazu dienen sich besser oder mächtiger zu fühlen... Nein - sicher auch nicht.

Will ich ein glückliches Leben führen, in dem ich anderen als Vorbild und als Stütze dienen kann... Ja - mit Sicherheit.

Will ich meine Möglichkeiten ausschöpfen und auf diesem Weg weitergehen und lernen... Ja - mich Sicherheit.

Wie gesagt, ich habe diesen Weg als meinen gefunden und bin sehr froh darüber. Ich weiß nicht, ob man auf diesem Weg jemals "fertig" wird und irgendwann sagen kann "jetzt habe ich alles erledigt". Aber jedenfalls findet man auf diesem Weg eine Möglichkeit die zur Verfügung stehende Energie wirklich zu nutzen - zum leben! Und das ist so viel wert.

Ich wünsche allen, die auf diesem Weg sind, viel Geduld, eine gewisse Beharrlichkeit und ganz viel Mitgefühl mit sich selbst. Heilung funktioniert nicht durch Geißeln, Heilung funktioniert nur durch Empathie - und Empathie und Wertschätzung sich selbst gegenüber sind die größten Geschenke, die man sich auf diesem Wege machen kann.

November...

23-11-2013

Heute ist es Zeit für einen kurzen Jahresrückblick - der November ist fast vorbei, Weihnachten steht vor der Tür, und somit ist auch der Jahreswechsel wieder in greifbare Nähe gerückt.

Was ist passiert in diesem Jahr? Für mich sehr viel, obwohl ich an manchen Tagen den Eindruck habe, dass sich effektiv nichts verändert hat. Und doch - es hat sich sehr, sehr viel verändert. Nur manchmal vergesse ich es sehr leicht - oder habe meinen Blick irgendwo ganz anders, so dass mir gar nicht mehr bewusst ist, was ich in dieser Zeit alles erreicht habe.

Ich habe vor einigen Tagen eine Darstellung der Monate im Zifferblatt einer Uhr gesehen, die mich irgendwie berührt hat. Zwölf Monate - zwölf Abschnitte im Jahreskreis, die anfangs immer ewig lang wirken - und letztendlich dann doch in einem Augenzwinkern vorbei zu sein scheinen. Jedenfalls fühlt es sich zum Jahresende meist so an... für mich auf jeden Fall.

Vor einem Jahr (ziemlich genau) habe ich meine Langzeitarbeitsstelle in der Kinderklinik verlassen - nach über 17 Jahren. Und schwupps ist dieses Jahr vorbei. Vor einem Jahr hatte ich keine Ahnung wie mein Leben sich weiterentwickeln wird, beruflich, finanziell und auch privat. Und schwupps ist dieses Jahr vorbei. Hat sich etwas verändert? Ja natürlich... vor allem meine innere Einstellung (mal wieder). Vor einem Jahr war alles schwer, stellenweise ziemlich düster und mit vielen, vielen Ängsten behaftet. Jetzt... fühle ich mich leichter, entspannter und wieder mehr fähig meinen Weg einfach weiterzugehen und mich auch überraschen zu lassen was als nächstes passiert und wohin ich "geführt" werde. Es hat sich im "Außen" wenig verändert - aber innerlich sehr, sehr viel. Dadurch bin ich wieder ein Stück ruhiger geworden und neugieriger auf das was noch vor mir liegt.

Ich bin völlig davon überzeugt, dass ich mir meinen Lebensweg ein Stück weit "vorausgeplant" habe - und zwar nicht in dem Sinn, wie man sich allgemein sein Leben plant... mit "mein Haus, mein Auto, mein Pferd". Sondern (ich bin absolut überzeugt von Reinkarnation und allem was dazu gehört) ich bin mir sicher, dass ich vor der Geburt in dieses Leben hier meinen Weg, die Ereignisse und die Lernaufgaben die ich mir vorgenommen habe geplant habe. Mit den anderen Seelen, die ich hier wiedertreffe. Und - nachdem ich jemand bin, der ungern den leichten und entspannten Weg nimmt, kann ich mir vorstellen welchen Spass ich "damals" dabei hatte, mir immer wieder Kniffe und Stolperfallen einzubasteln... um dann zu sehen wie ich das gemeistert kriege, ohne zu verzweifeln.

Ja... "vor" diesem Leben war dieser Plan vermutlich ein Wahnsinnsspass... nur - diese Suppe jetzt hier auszubaden ist manchmal gar nicht so lustig, das kann ich hier mal klarstellen. Aber - mit dem Wissen, dass mein "höheres Selbst", also meine Seele, diesen Plan ausgeklügelt hat und niemals etwas geplant hätte, was ich (als Mensch jetzt) nicht schaffen kann, egal wie verstrickt es auch scheint, lebt es sich etwas leichter. Denn ich weiß im Voraus - dass egal was mir passiert... ich werde einen Weg hindurch finden... und werde daran wachsen. Und - ich wollte aus diesen Situationen etwas ganz Bestimmtes lernen. Also ist meine Art inzwischen diesen Dingen zu begegnen, eine ganz andere als früher noch. Jede Krise, jede Schwierigkeit, jede scheinbar völlig sinnlose und bescheuerte Situation in die ich verstrickt bin, hat eine Botschaft für mich. Eine Lernaufgabe, der ich mich stellen wollte - und deshalb jetzt auch stellen werde. Das heißt weiterhin nicht, dass ich nicht stellenweise innerlich am Verzweifeln bin, am Heulen und am Jammern. Durchaus nicht - das gehört dazu, das ist auch erlaubt und wichtig. Weiterhin bin ich menschlich... durch und durch. Aber... ich sehe einen Sinn hinter diesen ganzen Dramen. Ich sehe es als Prüfungssituationen in meiner Lebensschule. Und - mal ehrlich - die Abschlussprüfungen in der Realschule, Gymnasium oder dann auch im Berufsleben sind nunmal deutlich anstrengender und fordern mehr vom Schüler als die ersten Leseübungen in der Grundschule, oder? Obwohl - der Erstklässer natürlich von seinen Aufgaben genauso gefordert ist. Aber je weiter die Entwicklung voranschreitet - desto höher die Anforderungen. Und - man wäre doch beim Abitur vermutlich sehr gelangweilt wenn man plötzlich Erst-Klass-Leseübungen gestellt bekäme? Oder nicht? Genauso sehe ich die Entwicklung der Seele - auf ihrem Weg durch die verschiedenen Lebenszeiten... es geht eben immer weiter... und solang man neugierig bleibt - und sich weiterentwickeln möchte - steigen eben auch die Anforderungen.

Wie gesagt, das heißt in keiner Weise dass ich allem was mir "zustösst", was sich an schwierigen und ernsthaften Situationen zeigt, immer lächelnd und völlig entspannt gegenüber stehe. Nein, nein, nein. Aber ich kann darauf vertrauen, dass was immer mir auch passiert, ich eigentlich den Weg hindurch schon kenne - weil ich mir nie eine Aufgabe überlegt hätte, die ich nicht lösen kann. Und das entspannt mich durchaus... ich kann solche Situationen leichter aushalten, mich auch leichter hineinfallen lassen und spüren was es zu spüren gibt. Auch die Verzweiflung und die Hilflosigkeit, die Trauer, die Angst und die Wut. Weil ich weiß, auch das geht vorbei. Ich werde immer wieder stolpern und fallen - aber, ich stehe auch immer wieder auf. Schneller, mutiger und gestärkter als ich es je zuvor war. Und entspannter als ich es zuvor war - weil ich wieder eine Prüfung geschafft habe. Ich weiß nicht, wieviel dieser Art von Prüfungen ich mir noch ausgedacht habe - ich muss mich überraschen lassen, weiterhin. Aber ich weiß, dass meine Seele ziemlich kreativ ist, einen Wahnsinnsspass daran hat, sich völlig schräge Dinge auszudenken und ein großes Vertrauen in meine menschlichen Fähigkeiten, diese Dinge auch zu erkennen und zu lösen.

Also - tief durchatmen, die ruhigen Zeiten einfach nur genießen und die stürmischen Zeiten mit erhobenem Kopf durchleben - in dem Wissen "auch das geht vorbei" und danach ist wieder Zeit für etwas Neues und Schönes.

Und das bringt mich zurück zum November. Denn auch hier gelten obige Sätze... anstatt sich zu ärgern über das trübe, kalte, ungemütliche Nebelwetter... ist es doch schöner, es einfach so anzunehmen wie es ist, mit dem Wissen, das ändert sich wieder. Es gehört einfach zum Jahreskreis und es wird auch wieder heller, wärmer und freundlicher. Also - Tee kochen, auf die Couch mümmeln, ein paar Kerzen an und einfach nur die ruhige Zeit genießen, so gut es geht. Ich versuch es für mich - und bin gespannt was nach diesen ruhigen, kühlen und manchmal wirklich unangenehmen Tagen wieder passiert.

In einem Buch, das ich schon vor langer Zeit immer mal wieder gelesen habe, wird beschrieben, wie die geistigen Helfer, die mit uns auf diesem Weg unterwegs sind, auf solche schwierigen Situationen reagieren, bzw. in welcher Weise sie mit uns mitfiebern. Man mag von Engeln und Geisthelfern halten und denken was man will, aber die Definition "aufgeregtes Flügelschwirren" finde ich immer wieder herrlich. Also - wann immer unsereins in schwierigen, scheinbar aussichtlosen Situationen verstrickt ist, sind unsere Engel, Helfer, was auch immer, entsprechend gespannt auf unsere Reaktion. Und dieses äußert sich in "aufgeregtem Flügelschwirren"... Ich kann das oft fast hören und muss dann schon wieder lachen. Wenn die Anspannung und Nervosität auf den Zuschauerplätzen steigt, alle den Atem anhalten und warten was als nächstes kommt. Tja - das Leben als Krimi... manchmal trifft es das ziemlich gut. Manchmal ist es eher eine Komödie und manchmal zum Glück auch eher Rosamunde-Pilcher mit dem Happy End. Jedenfalls ist es nie langweilig und eine Fortsetzung folgt...